Eine weiser Rat zum Start

Du bist jung und weißt mehr oder weniger sicher, dass du Abitur machen möchtest. Aber wohin danach die Reise geht, ist noch unklar. Aus jahrelanger Erfahrung in der Berufsorientierung kann ich dir eins mit Sicherheit sagen: So geht es fast allen Jugendlichen zu Beginn der Oberstufe. Die wenigsten wissen schön, welchen Beruf sie ergreifen werden und haben damit ein Ziel.

Aber genau das ist, was die nächsten zwei bis drei Jahre „erträglicher“ macht: der Sinn hinter dem Lernen, das nahe oder entfernte Ziel. Gemeint ist damit, dass du weißt, warum du das Abitur machst. Je konkreter das Ziel ist, um so mehr Energie wirst du haben, die Höhen und Tiefen in den nächsten Jahren durchzustehen. Es wird dir leichter fallen, auch Unliebsames zu tun, denn nicht alle Fächer werden für dich gleich interessant sein. (So ist es übrigens auch im Studium.) Und du wirst die Schule auch mehr wertschätzen. Meine Erfahrung zeigt mir, dass die Schüler(innen), die mit sich und ihrem Leben nichts anzufangen wissen, häufiger zu spät zum Unterricht kommen und mehr Auseinandersetzungen mit Lehrern und Schülern haben. Dieses Sozialverhalten wiederum wirkt sich auf den schulischen und beruflichen Erfolg insgesamt aus – ein Teufelskreis.

Du machst es besser, denn du willst lernen, sonst wärst du nicht auf meiner Seite gelandet.

Nun aber gebe ich dir die alles entscheidenden Fragen, die du dir immer wieder stellen solltest. Das sind die magischen drei Fragen, die dich zum Traumberuf führen:

  1. Was kann ich? (z. B. gut mit Kindern umgehen, Computer auseinander schrauben, Gruppen leiten)

  2. Was gibt es? (Dazu musst du recherchieren. Beim Arbeitsamt gibt es sog. Studien- und Berufswahlbücher, in denen alle Berufe und Studiengänge nach Bereichen sortiert enthalten sind.)
  3. Was will ich? (z. B. mind. 2000 € monatlich verdienen, zwei Kinder bekommen, um die Welt reisen, nur unter der Woche arbeiten)

Du musst dir die drei Fragen wie drei Kreise vorstellen, welche aufeinander liegen. An einer Stelle in der Mitte überschneiden sich alle Kreise und dort liegt die Antwort – dein Traumstudium/ Traumberuf.

Die erste und letzte Frage solltest du so konkret wie möglich beantworten. Deine Antwort sollte messbar sein. So reicht es beispielsweise nicht, wenn du sagst „ich möchte viel Geld verdienen“ oder „ich möchte genug Freizeit haben“. Beziffere deine Antwort und frage dich, wieviel ist „viel“ Geld und was meine ich mit „genug“ Freizeit. Zwei Stunden täglich? Fünf Stunden täglich?

Komme mit deinen Eltern darüber ins Gespräch, um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie realistisch deine Vorstellungen sind. In deinem Alter weiß man oft nicht, wieviel Geld man zum Leben benötigt. Deine Eltern und Freunde solltest du auch befragen, wenn es um deine Stärken geht (siehe erste Frage). Frage aber Menschen, die dir eine ehrliche Antwort geben. Gleiche die Ergebnisse mit deiner Selbsteinschätzung ab und finde Gemeinsamkeiten, die du als deine ganz persönlichen Stärken ausweisen kannst.

Ich wünsche dir viel Erfolg dabei und einen guten Start in die Oberstufe!

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s