Autoren: Schiller biografisch – sein Freiheitsbegriff

Johann Christoph Friedrich von Schiller lebte von 1759 bis 1805 zur Zeit absolutistischer Herrschaft. Diese Epoche war geprägt von Herrschern, die in ihren Kleinstaaten in Über­schwang von den Abgaben und Steuern ihrer Untertanen lebten. Dazu wurden sogar einzelne Soldaten aus dem eigenen Land zum Kriegsdienst an andere Länder verliehen. Das Volk durfte sich gegen diese Ungerechtigkeit nicht auflehnen.

Schiller wuchs unter dem strengen Regiment seines Vaters und unter der Herrschaft des despotischen Herzogs Karl Eugen von Württemberg auf. Auch in der Schule herrschte ein strenger Erziehungsstil. Da Schiller ein guter Schüler war, wurde der Herzog schnell auf ihn aufmerksam und holte ihn 1773 an die Militärakademie bei Stuttgart. Die Akademie empfand Schiller schon bald als Gefängnis und Inbegriff von Unfreiheit. Jeder Schritt der Schüler wurde in der Akademie von Soldaten überwacht und seine Eltern sollte er bis zu deren Tod nicht wiedersehen.

Unter der Tyrannei des Herzogs wurden für ihn Freundschaften und Literatur zu wichtigen Fluchtmöglichkeiten aus der unfreien Akademiewelt. Aber auch die Schriftstellerei wurde von den Aufsehern nicht geduldet. Das forcierte die Arbeit Schillers an seinen ersten Dramen. Mit dem Stück „Die Räuber“ wollte er bekannt werden und zu Geld kommen.

Er ließ es sogar auf eigene Kosten drucken. Das Drama, das später in Mannheim er­folgreich uraufgeführt wurde, enthielt geradewegs revolutionäre Züge. Es geht darin um die Befreiung von willkürlichen Herrschern. Das fand v.a. in Frankreich nach der Französischen Revolution 1789 Zustimmung. Dort kämpften die Bürger auf den Straßen für mehr Freiheit und Bürgerrechte.

Zur Uraufführung der „Räuber“ reiste Schiller ohne Genehmigung nach Mannheim, woraufhin der Herzog ihn für zwei Wochen in den Kerker sperren ließ, ein Grund mehr für seinen Kampf um die persönliche Freiheit. Mit seinem Freund Andreas Streicher flüch­tete er letztlich 1782 nach Mannheim. Zwischen 1783 und 1785 arbeitete Schiller an den Stücken „Die Verschwörung des Fiesco zu Genua“ und „Kabale und Liebe“. Beide Werke setzen sich kritisch mit der Tyrannei und den Intrigen als unmoralischem Instrument der Machterhaltung auseinander. Überhaupt war das Theater der einzige Ort, an dem Gesell­schaftskritik trotz Zensur zur Sprache kommen konnte.

Wirkliche Freiheit bedeutete für Schiller, sich voll und ganz der Schriftstellerei widmen und davon seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Das gelang ihm als einem der ersten Schriftsteller schließlich auch, trotz zeitweise finanzieller Engpässe. Als er später in Weimar in besseren adeligen Kreisen verkehrte, wandelte sich sein Freiheitsbegriff von der politischen Freiheit zur persönlichen Freiheit, die für ihn bedeutete, ohne Zwang leben zu können.

Informationen nach: Andreas Venzke: Schiller und die Freiheit des Geistes. 1. Auflage, Arena Verlag: Würzburg 2009.

Worterklärung: despotisch = willkürlich, herrisch