Roboter bald von der Ersatzbank aufs Spielfeld? 

Die Wissenschaftler sind sich uneinig über die genaue Abstammung des Menschen. Es ist nicht gewiss, wann der gemeinsame Stammbaum des Menschen und des Affen einen Blitzeinschlag erlitt und aus einem dann plötzlich zwei Stämme getrennt voneinander ihren Lauf nahmen. Die allgemein verbreitete Evolutionstheorie besagt jedoch, dass der Mensch als solcher, also dem Homo Sapiens, mindestens 300.000 Jahre existiert. Als Durchschnittsbürger mit gewisser Allgemeinbildung kann man feststellen, dass der Mensch sich in seiner Entwicklung von allen anderen Spezies enorm unterscheidet. Und wenn man in der Schule aufgepasst hat und darüber hinaus das ein oder andere Buch in der Hand hielt oder sogar eine Dokumentation über Darwins Theorien gesehen hat, dann weiß man, wie stetig und fast exponentiell die Menschen jene Entwicklung durchlaufen haben. 

Schon immer haben wir alles für eine Auslese unserer Schwächen und für eine Ausarbeitung unserer Fähigkeiten getan, damit die Grenzen des Möglichen gebrochen werden und der Horizont der Kompetenzen möglichst ausgeweitet wird. Was mit Gesteinen als Werkzeug anfing, wurde später von Schiffen als Fortbewegungsmittel ergänzt. Unsere Optik bekam zuerst Unterstützung durch diverse Linsen mit konvexer oder konkaver Oberfläche, zum Beispiel Ferngläser oder Brillen. Doch so wie die Jahre vergingen, so waren anscheinende Bedürfnisse auch auf einmal mehr als nur die nach einer simplen Sehhilfe. Die vorangeschrittene Technik ließ zu, dass nun durch, im Volksmund als ,,Bildschirme“ bekannte, Medien dem Menschen zur Verfügung standen. Die Möglichkeiten schienen grenzenlos. 

Und tatsächlich sind die bisher genannten Fortschritte fast nicht zu verarbeiten, wenn man bedenkt, dass unsere Spezies wie alle anderen Mehrzeller stumpf gesagt aus dem Wasser kommt. Der nächste Ausflug in den Zoo ist jetzt sicher gleich ein anderer. 

Doch es geht noch weiter. Dem Homo Sapiens der Moderne reichte es nämlich nicht mehr aus, dem Bildschirm bei Tee und Keksen seine volle Aufmerksamkeit zu schenken. Es wurde der Technik eine sogenannte „schwache künstliche Intelligenz” verliehen, welche auf Anweisung gewünschte Hilfestellung leistet. Diese schwache KI reicht von Umstellen der Lichtquelle durch Sprachsteuerung zur Erinnerung an die tägliche Medikamenteneinnahme. 

An diesem Punkt der Entwicklung sind wir heute. Doch die Forschung ist bereits dabei, eine starke KI zu kreieren, bei der programmierte Daten mit der Zeit von dieser selbstständig verknüpft werden. Der Grundgedanke ist also eine Nachahmung des menschlichen Gehirns, bei welcher statt Synapsen Voreinstellungen verknüpft werden. 

Nun tun sich in unserer Gesellschaft seit Veröffentlichung jener Ideen unzählige ethische Fragen auf und die Debatte wird immer umfangreicher. Grundbestandteile solcher Diskussionen sind Neugierde an technischem Fortschritt oder Angst vor beispielsweise unkontrollierbaren Maschinen, sobald man es schafft die künstliche Intelligenz von der Ersatzbank auf das Spielfeld zu befördern. Gesunde Vorsicht und auch Kritik gegenüber übermäßiger Entwicklung sind nicht verkehrt. Doch wenn wir zurückschauen, dann sieht man, dass es schwer ist, den Menschen einen Maßstab zu geben, um zu beurteilen, was noch im natürlichen Rahmen der menschlichen Rasse ist. Denn bei einer wie bereits gesagt exponentiellen Evolution ist es nicht möglich, einen modernen Menschen an seinem nicht uns bekannten Ursprung zu messen. 

Autor: Elias Völker

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