Vorhang auf, das Lesen kann beginnen!

Ein Gastbeitrag von Hans Nikolaus, Berlin

Ich stehe vor einem Backsteinbau und warte geduldig auf den Einlass. Dieses Gebäude befindet sich auf dem Gelände der Kulturbrauerei in Berlin-Prenzlauer Berg und über dem Eingang prangen die Leuchtbuchstaben „Alte Kantine“. Es ist der 16. März gegen 19:30 und ich plane heute hier an einem kulturellen Ereignis teilzunehmen. Der Eintritt beträgt 10€ und 6€ im ermäßigten Tarif. Nach der Bezahlung des Eintritts bekomme ich einen ersten Eindruck durch einen Stempel, der mir auf mein rechtes Handgelenk gedrückt wird. Der Abdruck zeigt eine kleine Brille und bietet somit einen ersten Hinweis auf die heute stattfindende Lesebühne.

Drinnen erwartet mich ein gemütlicher Raum.  In der Mitte befinden sich mit Kerzen geschmückte Tische und Stühle. An den Seiten sind Bänke platziert und in der  hinteren rechten Ecke positioniert sich die Bar, welche mit Getränken lockt.  Punkt 20 Uhr beginnt die Vorstellung. Diese wird moderiert von Dan Richter.

Dan Richter

Er erklärt kurz die Hauptregeln:  ordentlich klatschen und pünktlich Feierabend machen. Danach stellen er und drei weitere Autoren abwechselnd ihre Werke vor. Überwiegend handelt es sich hierbei um Kurzgeschichten und Anekdoten.

Ivo Lotion

Ivo Lotion allerdings unterhält mit selbst geschriebenen humoristischen Songs. Deren Untermalung erzeugt er mit einem Looper, einem Gerät, welches Aufnahmen in einer Schleife abspielt. Wegweisend ist hier die in Songform gefügte Unterhaltung zweier Berliner über die Liebe zu einer Hausverwalterin.

Maik Martschinkowski

Maik Martschinkowski stellt zudem sein kürzlich erschienenes Buch „Die Welt kann ein Lächeln verändern“ vor. Die Kurzgeschichten aus diesem Buch stellen in witziger Weise alltägliche Szenen dar, z.B. eine, in der ein unbewaffneter Räuber ihm die Brieftasche abschwatzt. Andere Geschichten von ihm sind teils mit fantastischen Gestalten wie Feen ausgeschmückt.

Franziska Hauser

Franziska Hauser hält mit lustigen Restaurantgeschichten mit. So muss sie in ihren Geschichten im Erlebnisrestaurant immer lächeln und ihre Suppe auf der Suppentreppe essen. Hingegen tut Meikel Neid Mehl in den Babybrei, Bierflaschen auf den Wickeltisch und streitet mit einem Bier-Dschinn über die Erfüllung seiner Wünsche. Dan Richter übernimmt nicht nur die Moderation, sondern steuert eigene Texten bei. In diesen beleidigt er z.B. einen Mann mit Froschkostüm als Down-Syndrom-Fall.  Der Moderator beendet auch Punkt 22 Uhr die Vorstellung mit einem abschließenden, den Abend zusammenfassenden, Song. Diesen trägt er unter Verwendung der gleichen Technik wie sein Vorgänger, Ivo Lotion, vor. Den dafür nötigen Text hat er übrigens in der kurzen Pause gegen 21 Uhr verfasst.

Nach dieser Schilderung möchte ich die Veranstaltung nur noch mit den Worten „gerne wieder“ kommentieren und vielleicht trifft man sich auch mal bei der Lesebühne, die schließlich jeden Samstag stattfindet. 

(c) Foto und Text by Hans Nikolaus, Berlin – 22.3.2019

https://www.hans-nikolaus-photography.com

 

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