Tutorials erstellen leicht gemacht

Erklärfilme bzw. Tutorials sind eine prima produktive Methode für den Deutschunterricht. Zum einen vertiefen die Schüler/innen Lerninhalte und zum anderen haben sie und andere Lernende ein nachhaltiges Produkt zum Lernen schwieriger Inhalte. Dazu gehört für mich das Schreiben von Aufsätzen unterschiedlichster Formate (Analyse, Erörterung, materialgestütztes Schreiben). Deshalb habe ich auch das Schreibzimmer Berlin ins Leben gerufen: https://schreibzimmerberlin.de

Nun aber zur Methode und meinem aktuellen Projekt im Unterricht. In den letzten Wochen habe ich mit Schüler/innen des 13. Jahrgangs der Berufsoberschule (Fachrichtung: Gestaltung) zum ersten Mal Erklärfilme erstellt. Sowohl die Schüler/innen als auch ich haben Erfahrungen mit dem Filmdreh mitgebracht. Aber diese nutzen uns nur wenig, denn Erklärfilme haben sehr spezielle Anforderungen, wie sich schnell herausstellte.

Zum einen sind Inhalt und Gestaltung gleich wichtig. Der Inhalt sollte im Unterricht behandelt worden und verstanden sein. Es empfiehlt sich hier, Grundlagentexte in den Unterricht zu geben und als Lehrer/in im Vorfeld festzulegen, was in den Film hinein soll. Schließlich sollen die Schüler/innen den Film auch später nutzen können und es darf nichts fehlen.

Eine Veröffentlichung der Filme finde ich für die Schüler/innen eine tolle Perspektive. So haben sie das Gefühl, dass diese einem breiten Publikum zukommt, welches sieht, was sie Tolles geleistet haben. Das setzt natürlich voraus, dass Inhalte, Musik und Technik konform mit dem Urheberrecht sind. Darüber im Vorfeld aufzuklären, ist Aufgabe der Lehrkraft. In Kürze werde ich dazu Material auf Lehrermarktplatz stellen.

Techniken:

In dem aktuellen Projekt habe ich den Schüler/innen zur Wahl gestellt, ob sie mit der Legetechnik oder mit Stop Motion arbeiten.

Illustrationen für die Legetechnik

Für die Legetechnik braucht es viele Illustrationen, Texte, eine weiße Unterlage und eine Kamera mit Stativ.

Texte für die Legetechnik
Kamera mit Stativ und los geht’s!

Das Ergebnis der Legetechnik-Variante gibt es hier:

Für den Anfang würde ich auch immer die Legetechnik empfehlen. Denn Stop Motion ist seeeehr aufwändig!

Bei der Stop Motion-Technik werden hunderte von Fotos angefertigt, die dann wie bei einem Daumenkino aneinander gefügt werden und somit eine Bewegung erzeugen. Dazu in der richtigen Geschwindigkeit zu sprechen und vielleicht auch noch eine passende Hintergrundmusik zu finden, erweist sich als äußerst kompliziert. Der Cutter in unserem Projekt hatte am Ende ziemlich viel Bildmaterial und benötigte mehr Zeit als erwartet. Auch für mich war das eine sehr lehrreiche Erfahrung.

Textmaterial für Stop Motion

Bewegungsaufbau in Stop Motion
Fotoaufnahme für Stop Motion

Falls du dennoch die Stop Motion-Technik ausprobieren willst, dann plane ausreichend Zeit ein und benutze für den Schnitt auch eine Stop Motion App.

Neben diesen zwei grundlegenden Techniken hat eine Gruppe eine ganz andere Technik verwendet: Ich nenne sie die Folien-Technik. Wie bei einer Power Point Präsentation werden hier Text und Bild aneinandergereiht und am Ende abgespielt, sodass es wie ein Film wirkt. Ein Szenendreh oder eine Fotoaufnahme hat dazu nicht stattgefunden. Das Ergebnis ist großartig und hier zu bewundern:

Diese Technik hat den Vorteil, dass sich Inhalt und Gestaltung sehr gut auch im Nachhinein aufeinander abstimmen lassen und die Schrift immer lesbar ist.

Nichtsdestotrotz finde ich, dass die kreative prozesshafte Arbeit bei der Legetechnik einen größeren Raum einnimmt und durch das Legen zusätzlich Spannung erzeugt wird und alles authentischer wirkt.

Alles in allem ist aber alles möglich. Man muss nur genug Zeit für das Projekt und den anschließenden Schnitt einplanen. Vier Wochen sind empfehlenswert. Für den Schnitt sollte es eine Woche on top geben. Das ist dann aber Hausarbeit.

Probier es aus und berichte über deine Ergebnisse oder hinterlasse einen Kommentar zu meinem Beitrag!


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