Digi-was? – Medienbildung an Berliner Schulen

Mit dem neuen Rahmenlehrplan Klasse 7-10 in Berlin wurde Medienbildung zur Querschnittsaufgabe erhoben. Was logisch klingt, ist in der Praxis lächerlich. Während meist ein paar jüngere Kollegen im Kollegium mit Medien gut umgehen und Unterricht über und mit Medien gestalten, betrachtet die Mehrheit der Kolleg(innen) die Digitalisierung mit überfordertem Blick. Und das hat System.

Während der Senat und das LISUM an lustigen Idealen schrauben, hat an Schule von Medien kaum einer Ahnung, weder Lehrer(innen) noch Schüler(innen). Es gibt kaum gute regionale Fortbildungen und wenn es sie gibt, sind sie außerhalb der Schulzeit. Die Schulleitung hat kein Interesse an Unterrichtsausfall und hofft so darauf, dass Medienbildung irgendwie funktioniert und trotzdem stattfindet – und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Man wisse, man müsse erstmal für das Funktionieren der Technik an Schule sorgen usw. Aber diejenigen, die Medienbildung machen sollen, werden im Stich gelassen. Externe digitale Zentren kümmern sich in Berlin vor allem um die Kleinen in der Grundschule. Aber wie soll Fortbildung in der Oberschule stattfinden? Wer kann mit der technischen Entwicklung noch Schritt halten und hat on top noch didaktische Einfälle parat?

Das wird wohl wie immer an der Lehrkraft (insofern von >kraft< dann bald noch die Rede sein wird) kleben bleiben, wie alles, was sich Verwaltung ausdenkt statt durchdenkt. Besten Dank Frau Sch(w)eeres für die tolle Unterstützung!

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Was der öffentliche Sektor nicht schafft, wird der private übernehmen. Netzwerke wie das >Digitale Lernzentrum< von Facebook oder Verlage wie Schroedel, Cornelsen, Klett und Westermann arbeiten mit Hochdruck am Thema >Digitale Bildung< – Privatwirtschaft sei dank.

Dass uns Lehrer(innen) das aber pivat etwas kostet und unser zusätzliches Engagement für selbstverständlich genommen wird, davon will die Verwaltung nichts wissen. Man sollte zukünftig eben auch Lehrer(innen) über Schule entscheiden lassen und keine Erzieherinnen, die sich in ihrem Leben vor allem theoretisch mit Pädagogik befasst haben!

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