Abschalten

Seit zwei Wochen sind Ferien. Ich erlebe mich lethargisch. Bin direkt müde nach dem Frühstück und könnte endlos diesen Rhythmus von Aufstehen, Essen, Hinlegen, Aufstehen, Essen – ab und zu mal einkaufen und kochen – halten. Selbst mein Handy ist die meiste Zeit aus. Zum Lesen habe ich keine Lust.

Im ersten Moment könnte man denken, es handele sich um einen depressiven Gemütszustand. Aber dem ist nicht so. Man nennt das: Abschalten. Wenn eine Lehrerin nicht mehr lesen will, ist das ein gutes Zeichen. Und für alle Fälle gibt es da ja noch den Sommerroman, der bereits im Koffer gelandet ist. In zwei Tagen geht es in den meditativen Yoga-Aktivurlaub. Deshalb habe ich mir vorgenommen, morgen nochmal richtig abzuhängen – neudeutsch auch Chillen genannt.

beach-2377037_1920Da werden einige sagen. „Ja, ich will auch. Aber wie geht das?“ Und da sag ich: „Ganz einfach. Mach das Gegenteil von dem, was du sonst tust. Wenn du z. B. körperlich arbeitest, mach Wellness und lies ein Buch. Lass das, was du sonst tust.“ Loslassen und Kehrtwende. Ich habe lange gebraucht, um das herauszubekommen.

Aber jeder kann für sich Aktivitäten/Passivitäten finden, aber es gibt kein allgemeingültiges Rezept, da jeder Mensch einen anderen Alltag hat. Für Eltern mit Kindern kann es beispielsweise sehr erholsam sein, die Kinder mal für ein Wochenende bei den Großeltern abzugeben und Paarzeit im Wellnesshotel an der Ostsee zu erleben. Die Dauer des Aufenthalts entscheidet dabei nicht über den Abschalteerfolg, sondern das richtige Kontrastprogramm.

Schließlich ist es der Alltag, der uns irgendwann anödet. Wenn wir das Immergleiche erleben, verlieren wir auch die Fähigkeit, uns auf Veränderungen einzustellen, zu lernen. Das tun wir ein Leben lang. Und so ist das Leben am Ende doch immer wieder ein steter Lernprozess – wie spannend …

 

 

 

 

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