Schule für Lebensfreude

Leider ist unser Gehirn so gestrickt, dass es sich leichter schlechte Erfahrungen und Erlebnisse speichert. Das ist wohl einem uralten Überlebensprinzip geschuldet. Die Evolution kommt nicht hinterher, sonst hätte sie längst begriffen: Im 21. Jahrhundert überleben wir besser mit Freude.

Mit Freude speichern wir leichter gute Erlebnisse, denken deshalb positiver und glauben leichter an unsere Kräfte. Erfolg beflügelt uns. Mit Freude geht alles einfacher, denn wir sind intrinsisch motiviert. Niemand muss uns antreiben. Wir schaffen uns selbst Motivation. Das gilt für alle Lebensbereiche.

Am leichtesten ist es am Beruf nachzuvollziehen. Wenn ich das, was ich tue, gerne mache, dann ist es keine Arbeit mehr, sondern ich ziehe daraus Energie für das Leben und treibe mich an – ich schaffe Motivation fürs Leben.

Ich beame mich ins Lehrerzimmer und muss feststellen, dass viel gemeckert wird – über die Schulleitung, über beratungsresistente Schüler(innen), über das Wetter, über den Terminplan, über die Vertretungsstunde, den Baulärm, die viele Bürokratie … In der Schule gibt es viele Dinge, über die es sich aufregen lässt. Aber keine dieser Dinge macht uns glücklicher.

Ich denke, wir müssen dazu übergehen, uns auf die positiven Dinge zu konzentrieren. Auf die guten Beziehungen zu Schülern, Kollegen und gelingenden Unterricht beispielsweise. Ich bin z. B. glücklich, wenn ich mit einem Schüler spreche (das kann auch ein Problemgespräch sein) und das Kind geht dankbar und erleichtert aus dem Gespräch heraus. Das wärmt mein Herz, für solche Erfahrungen bin ich dankbar. Ein Bürojobber hat solche Erfahrungen nicht oder nur selten. Deshalb bin ich besonders dankbar für solche Momente. Deswegen habe ich diesen Beruf gewählt.

Wenn wir Dankbarkeit kultivieren, werden wir zufriedener werden und mehr Freude am Leben haben. Wir werden die schönen Dinge im Leben erkennen und sehen, dass der Lebenssinn in dem steckt, was uns Freude bringt. Um das zu lernen, werden wir es immer wieder tun müssen, damit sich neue Pfade im Gehirn bilden und sich unser Verhalten automatisiert. Aber wir müssen es wiederholen, wie alles, was im Langzeitgedächtnis landen soll. Schule fürs Leben.

 

Wer sich weiter mit der Thematik befassen möchte, dem empfehle ich folgendes Buch:

Rick Hanson: Denken wie ein Buddha: Gelassenheit und innere Stärke durch Achtsamkeit – Wie wir unser Gehirn positiv verändern (2013)

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