Studie zum Lernspaß lässt viele Fragen offen

Zusammen mit dem Kindermagazin ZEIT LEO führte Scoyo 2013 eine Studie zum Lernen mit Spaß durch.[1] Allerdings wurden hierfür lediglich 860 Kinder im Alter von 6-13 Jahren sowie 1005 Eltern zum Thema befragt. D.h., die Ergebnisse treffen auf Kinder zu, nicht aber auf Jugendliche, deren Interessen aufgrund abnehmender Lernmotivation im Oberschulalter viel dringender in Erfahrung zu bringen sind. Diese Studie nützt also nur dem Grundschüler(innen)-Lernportal. Scoyo möchte ganz offensichtlich mit der Studie die eigene Daseinsberechtigung verstärken, was ich durchaus legitim finde. Aber schade ist trotz alledem, dass die Ergebnisse sehr undifferenziert und trivial dargestellt sind. So heißt es beispielsweise: „Am meisten Spaß haben Kinder in allen Altersgruppen beim Lernen mit elektronischen Medien wie Computer, Tablet oder Smartphone.“[2] Von Reflexion steht in der Darstellung erst einmal nichts, obwohl den Inhabern der Plattform durchaus an einem kritischen Umgang mit Medien gelegen ist.[3]

Wozu eigentlich diese Studie? Sind die Ergebnisse doch längst bekannt. Zum Beispiel lernen die Kinder laut der Studie Sachverhalte am besten, wenn diese in eine spannende Geschichte verpackt werden.[4] Dass Kinder gerne Geschichte hören, ist nichts Neues. Genauso wenig dürfte die Tatsache überraschen, dass Eltern Lernspaß bei ihren Kindern daran erkennen, dass die Kinder gerne zur Schule gehen.[5]

Was sollen Eltern mit der Studie anfangen? Da die Studie im Online-Magazin für Eltern veröffentlicht wurde, sollen Eltern wohl darin bestärkt werden, Scoyo als Lernplattform für ihre Kinder zu nutzen. Ginge es darum, die Ergebnisse für Pädagog(innen) nutzbar zu machen oder aber auch für wissenschaftliche Zwecke, die der Unterrichts- und Schulentwicklung dienen, so sähe die Studie anders aus.

Schließlich sind die Faktoren, die Lernspaß begünstigen, weitaus vielschichtiger. Nach meiner Erfahrung sehen die Antworten in jeder Jahrgangs- und Entwicklungsstufe sowie an jeder Schulform anders aus. Es gilt die Überschneidungen herauszufinden und daraus Methoden für das Lernen und Lehren für Schüler(innen) und Lehrer(innen) abzuleiten. Wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Neurobiologie, etwa die von Gerald Hüter beschriebenen, können hierbei hilfreich sein.

LernzimmerBerlin hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Freude am Lernen auf den Grund zu gehen und somit zur Entwicklung unserer Kinder, den Erwachsenen von morgen, beizutragen und Schule zu einem besseren Lernort zu machen. Eine große Aufgabe, bei der jede/r durch seine Kommentare mithelfen kann. Packen wir es an!

 

[1] vgl. Studie Lernen mit Spaß: Wie Schüler die Freude am Lernen nicht verlieren. URL: http://www-de.scoyo.com/eltern/lernen/lernen-mit-spass/artikel-studie-lernen-mit-spass (Stand: 3.9.2016)

[2] ebd.

[3] vgl. http://www-de.scoyo.com/eltern/kinder-und-medien (Stand: 3.9.2016)

[4] vgl. Studie Lernen mit Spaß: Wie Schüler die Freude am Lernen nicht verlieren. URL: http://www-de.scoyo.com/eltern/lernen/lernen-mit-spass/artikel-studie-lernen-mit-spass (Stand: 3.9.2016)

[5] ebd.

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